Die Wiederbelebung einer alten Landschaftsidee

Das Industrielle Gartenreich Dessau-Wittenberg-Bitterfeld

Harald Keg­ler

Bewer­tun­gen von Land­schaf­ten, von Städ­te­bau und Archi­tek­tur sind stets kul­tu­rel­len Schwan­kun­gen in der Öffent­lich­keit, d. h. von sich wan­deln­den Wert­schät­zun­gen in der Gesell­schaft unter­wor­fen gewe­sen – was heu­te im Zen­trum der Auf­merk­sam­keit steht, hat vor gar nicht all­zu lan­ger ohne jede Beach­tung abseits gestan­den. Dies hat fun­da­men­ta­le Bedeu­tung für den Umgang mit dem bau­li­chen und land­schaft­li­chen Bestand, wird die­ser doch zuneh­mend zur haupt­säch­li­chen Auf­ga­be des Bau­ens und Gestal­tens. Das Pro­jekt Indus­tri­el­les Gar­ten­reich ist im Zen­trum einer sol­chen Debat­te ange­sie­delt gewe­sen, ja es setz­te auf eine kul­tu­rel­le Stra­te­gie der Neu­be­wer­tung von Land­schaf­ten als Grund­la­ge für die Gestal­tung einer Regi­on.

Die Ent­ste­hung des Pro­jek­tes Indus­tri­el­len Gar­ten­reich führt in die Trans­for­ma­ti­on der ost­deut­schen Regi­on in Mit­tel­deutsch­land und in die Suche nach zukunfts­fä­hi­gen Kon­zep­tio­nen ein: Die Idee wur­de am Bau­haus Des­sau 1989 gebo­ren, hier ent­stan­den die ers­ten Ein­zel­pro­jek­te, wie in Fer­ro­po­lis, Pies­te­ritz, Bit­ter­feld, in der Berg­bau­land­schaft oder im Bereich des his­to­ri­schen Gar­ten­reichs.
Es wur­den ers­te Insti­tu­tio­nen ange­regt und Umset­zungs­struk­tu­ren auf den Weg gebracht. Im Jah­re 1994 wur­de das Vor­ha­ben als Kor­re­spon­denz­stand­ort zur EXPO 2000 aner­kannt und 1995 eine Ent­wick­lungs­ge­sell­schaft eigens zum Zwe­cke der Pro­jek­t­um­set­zung gegrün­det. Im Jahr 2000 konn­ten die meis­ten Pro­jek­te als „Leucht­tür­me“ der Öffent­lich­keit prä­sen­tiert wer­den. Nach dem Ende der EXPO tra­ten alle Pro­jek­te in eine neue Ent­wick­lungs­pha­se ein. Sie hat­ten und haben sich öko­no­misch und kul­tu­rell zu eman­zi­pie­ren. Ers­te neue Pro­jek­te sind im Ent­ste­hen, wie der Stadt­um­bau in Gräfenhainichen/Ferropolis zeigt.

Historische Grundlage – die Aufklärung nimmt Gestalt an

Zwi­schen 1764 und etwa 1800 ent­stand in der Auen­land­schaft der Elbe im klei­nen Fürs­ten­tum Anhalt ein auf dem dama­li­gen Kon­ti­nent außer­ge­wöhn­li­ches Pro­jekt: das Gar­ten­reich Des­sau-Wör­litz. In die­sen knapp 40 Jah­ren wur­de unter der Regent­schaft des auf­ge­klär­ten Fürs­ten Leo­pold Fried­rich Franz III zusam­men mit dem kon­ge­nia­len Part­ner und Freund, dem Archi­tek­ten Fried­rich Wil­helm von Erd­manns­dorff, die­se Kul­tur­land­schaft von euro­päi­scher Dimen­si­on gestal­tet. Aus den Idea­len der euro­päi­schen, ins­be­son­de­re der fran­zö­si­schen Auf­klä­rung, aus der Rezep­ti­on der Anti­ke in Ita­li­en und aus den öko­no­mi­schen Inno­va­tio­nen der Land­wirt­schaft und Früh­in­dus­tria­li­sie­rung Eng­lands schöp­fend, ent­stand eine künst­le­risch geform­te Nutz- und Bil­dungs­land­schaft. Des­sau-Wör­litz wur­de zum Inbe­griff für Fort­schritt und damit eine Refe­renz für das sich anbah­nen­de Zeit­al­ter der Moder­ne, zu einem Mek­ka der Auf­klä­rer, für Kunst­freun­de, für Phil­an­thro­pen, für Land­wir­te, für Bau­meis­ter, aber auch für Poli­ti­ker und Staats­be­diens­te­te. Das umfas­send ange­leg­te gesell­schafts­po­li­ti­sche Reform­werk des Fürs­ten zog Inter­es­sier­te aller Cou­leur an, die den Auf­bruch in eine neue Zeit in Augen­schein neh­men woll­ten. Die klas­si­zis­ti­sche Archi­tek­tur Erd­manns­dorffs und die gar­ten­künst­le­ri­schen Anla­gen, die der eng­li­schen Land­schafts­ge­stal­tung ver­pflich­tet waren, ver­lie­hen dem Reform­an­lie­gen einen spe­zi­fi­schen Aus­druck. Die Wör­lit­zer Anla­gen avan­cier­ten dabei zum Inbe­griff des Reform­werks. Sie wur­den das „Aller­hei­ligs­te“ in dem ab Ende der 90er Jah­re des 18. Jahr­hun­derts als „Gar­ten­reich“ bezeich­ne­ten Fürs­ten­tums Anhalt.

Die Rezeption des Gartenreichs – die Aufklärung „schlägt zurück“

Nach dem Tod der Weg­be­rei­ter des „„Gar­ten­reichs“, Fürst Franz (1817) und Erd­manns­dorff (1800), ver­fiel das Land in kul­tu­rel­le Ago­nie, das begon­ne­ne Werk sta­gnier­te; es geriet in Ver­ges­sen­heit. Erst um 1900 fand es wie­der Auf­merk­sam­keit. Die Kraft der immer noch sicht­ba­ren Tei­le der eins­ti­gen „Ide­al­land­schaft“ bewirk­te die Wie­der­ent­de­ckung – jedoch nicht als pro­duk­ti­ve Wirt­schafts- und Bil­dungs­land­schaft, son­dern als kon­tem­pla­ti­ve Frei­zeit­land­schaft für den begin­nen­den Tou­ris­mus. Damit voll­zog sich ein Para­dig­ma­wech­sel: Das Gar­ten­reich wan­del­te sich von einem inno­va­ti­ven Gestal­tungs­raum für sozi­al­kul­tu­rel­le und öko­no­mi­sche Zie­le zu einem pas­si­ven Ort der restau­ra­ti­ven Pfle­ge und Erneue­rung, wobei der Gesamt­zu­sam­men­hang des Gar­ten­reichs auf­ge­löst wur­de und vor­nehm­lich ein­zel­ne „Parks“ Gegen­stand der Rezep­ti­on wur­den. Die neu­en Gestal­tun­gen ver­la­ger­ten sich in die Ent­wick­lungs­be­rei­che der Indus­trie. Ener­gie­wirt­schaft und Che­mie­in­dus­trie wur­den die neu­en inno­va­ti­ven Moto­ren – das Gar­ten­reich gerann zum Erho­lungs­raum auf den vor der Indus­tria­li­sie­rung geschütz­ten Rest­flä­chen. Eine neue Rol­len­ver­tei­lung in der Regi­on hat­te begon­nen.

Ab 1893 trat die Regi­on an Mul­de und Elbe in das Indus­trie­zeit­al­ter ein: die elek­tro­che­mi­schen Wer­ke wur­den in Bit­ter­feld errich­tet; Grün­der war Walt­her Rathen­au. Im Lau­fe weni­ger Jahr­zehn­te ent­stand eines der moderns­ten Indus­trie­zen­tren in Euro­pa. Das ers­te Ganz­me­tall­flug­zeug der Jun­kers­wer­ke in Des­sau und der ers­te Farb­film der Welt, pro­du­ziert in Wol­fen, stam­men aus der Regi­on. Das Bau­haus sie­del­te sich in die­ser auf­stre­ben­den Regi­on des Indus­trie­zeit­al­ters an und präg­te einen bis heu­te wir­ken­den Ruf als Sym­bol­ort der Moder­ne. Die größ­ten Kraft­wer­ke wur­den hier errich­tet und gewal­ti­ge Braun­koh­le­ta­ge­baue ent­stan­den – unweit der Wör­lit­zer Anla­gen. Eine im dop­pel­ten Sin­ne atem­be­rau­ben­de Indus­tria­li­sie­rung präg­te der gesam­ten Regi­on ihren Stem­pel auf: Infra­struk­tu­ren, Sied­lun­gen, Ver­kehrs­we­ge, Hal­den, Gru­ben, Abraum und Depo­ni­en, Kas­ka­den von Schorn­stei­nen wur­den zu den neu­en Land­mar­ken. Getrie­ben durch Kriegs- und Plan­wirt­schaft fand ein öko­no­mi­scher Auf­stieg ohne­glei­chen statt – der in einem eben­so dra­ma­ti­schen öko­lo­gi­schen Desas­ter ende­te. Traum und Trau­ma der indus­tri­el­len Moder­ne sind auf engem Raum mit­ein­an­der ver­wo­ben.

Lehren aus der Vergangenheit – ein Zukunftsansatz

Heu­te ist dies alles weit­ge­hend Geschich­te – die gro­ße Indus­trie ist zur „Indus­trie­kul­tur“ gewor­den. Eine post­in­dus­tri­el­le Kul­tur­land­schaft ist im Ent­ste­hen begrif­fen. Von eini­gen klei­nen indus­tri­el­len Neu­an­sied­lun­gen in Bit­ter­feld abge­se­hen, ist die Regi­on ver­gli­chen mit dem Stand vor dem zwei­ten Welt­krieg deindus­tria­li­siert. Gro­ße Tei­le der Indus­trie­area­le wer­den zu Erho­lungs­flä­chen umge­stal­tet, wie z. B. die ehe­ma­li­gen Tage­baue. Indus­trie­denk­ma­le zie­hen Besu­cher an, die vor­her Wör­litz genos­sen haben. Die Indus­trie­land­schaft beginnt den glei­chen Weg wie das Gar­ten­reich zu gehen. Wird die Indus­trie wie das Gar­ten­reich eine Muse­ums­land­schaft?

Die­se bei­den mit­ein­an­der ver­wo­be­nen Land­schaf­ten, eigent­li­chen deren Frag­men­te aus zwei Epo­chen kul­tu­rel­ler Ent­wick­lung, zeich­nen die Regi­on als eine Kul­tur­land­schaft von euro­päi­schem Rang aus – eine Refe­renz der gestal­te­ten Land­schaft der Auf­klä­rung und der urba­ni­sier­ten Indus­trie­land­schaft der Moder­ne. Doch ist damit nur eine Dimen­si­on des Indus­tri­el­len Gar­ten­reichs, näm­lich die der his­to­ri­schen Abla­ge­run­gen benannt. Die Fra­ge lau­tet nun, wie kann auf der Basis die­ses durch­aus wider­sprüch­li­chen Erbes eine „drit­te Land­schaft“, die aus den kon­sti­tu­ie­ren­den Ele­men­ten „Indus­trie“ und „Gar­ten“ besteht, d. h. eine öko­no­misch wie kul­tu­rell lebens­wer­te Umwelt ent­ste­hen. Wenn die­se Gestal­tung der Umwelt die Erfah­run­gen der ver­gan­ge­nen 200 Jah­re ver­ar­bei­tet, mit die­sem Erbe respekt­voll aber nicht musea­li­sie­rend umgeht und sich das Ziel steckt, erneut eine zeit­ge­mä­ße Refe­renz für die Gestal­tung der Lebens­um­welt zu wer­den, dann wird Indus­tri­el­les Gar­ten­reich zugleich ein Zukunfts­pro­jekt. Zu ler­nen wäre aus dem his­to­ri­schen Gar­ten­reich der ganz­heit­li­che Gestal­tungs­an­satz, aber auch die Fähig­keit kri­ti­scher Refle­xi­on – im Wei­ter­den­ken von Auf­klä­rung. Das Indus­trie­zeit­al­ter hat die Fra­ge tech­no­lo­gi­scher Lös­bar­keit von Pro­ble­men ein­sei­tig beant­wor­tet – sie gilt es erneut und unter dem Gesicht­punkt der Ver­ant­wor­tung ange­sichts der Fol­gen die­ser Ein­sei­tig­keit zu stel­len. Es gilt vor allem aber das kon­kre­te Expe­ri­ment zu wagen, nicht im aka­de­mi­schen Dis­kurs zu ver­har­ren. Dies hat das his­to­ri­sche Bau­haus – bezo­gen auf die Fra­gen sei­ner Zeit – vor­ge­macht.

Auf bei­de Dimen­sio­nen, d. h. die his­to­risch reflek­tie­ren­de und die ler­nend gestal­ten­de, ziel­ten die Arbei­ten für das Lang­zeit­pro­jekt, das in der Wen­de der DDR 1989/1990 am Bau­haus Des­sau kon­zi­piert und in der Fol­ge­zeit – zunächst bis 1999/2000 — mit vie­len Akteu­ren der Regi­on und zahl­rei­chen exter­nen Part­ner schritt­wei­se begon­nen wur­de umzu­set­zen. Mei­len­stei­ne auf die­sem Wege sind die Kon­sti­tu­ie­rung als zeit­wei­li­ge EXPO-Kor­re­spon­denz­re­gi­on und die Mit­wir­kung am Bun­des­wett­be­werb „Regio­nen der Zukunft – auf dem Wege zu einer nach­hal­ti­gen Ent­wick­lung“ sowie zahl­rei­che Ein­zel­prei­se.

Auch ohne Bezug­nah­me auf den kon­kre­ten his­to­ri­schen Zusam­men­hang, pro­vo­ziert der Begriff „Indus­tri­el­les Gar­ten­reich“ eine neue Gestal­tungs­vi­si­on für die Lebens­um­welt in der Indus­trie­ge­sell­schaft. Er sug­ge­riert den Balan­ce­akt, den die­se Gesell­schaft um deren eige­ner Zukunfts­fä­hig­keit wil­len zu voll­füh­ren in der Lage sein wird. Ein Gleich­ge­wicht in der Res­sour­cen­haus­hal­tung, im sozia­len Gefü­ge, im glo­ba­len Nord-Süd-Ver­hält­nis sowie im jewei­li­gen regio­na­len Bezie­hungs­ge­flecht scheint gestalt­bar zu sein. Ein Begriff ver­mit­telt, wel­cher Wider­sprü­che zusam­men­führt und die Phan­ta­sie für Aus­bli­cke anregt, aber auch Kon­flik­te dabei auf­nehm­bar macht. Indus­trie und Gar­ten – das unglei­che Paar wie es noch in der Zeit nach der indus­tri­el­len Revo­lu­ti­on mit dem „Stadt — Land — Gegen­satz“ umschrie­ben war – erlebt eine zeit­ge­mä­ße, gestalt­ba­re Chan­ce zur Ver­knüp­fung.

Die postindustrielle Region – eine Konstruktion

Indus­tri­el­les Gar­ten­reich ist eine Kon­struk­ti­on. Die Idee ent­stand als Gestal­tungs­pro­jekt auch aus einer dop­pel­ten loka­len Per­spek­ti­ve: Zum einen hat­te vor 10 Jah­ren der gesell­schaft­li­che Umbruch in der „Noch-DDR“ die Chan­ce zu grund­le­gen­der Neu­ori­en­tie­rung auch in der Gestal­tung der durch die Indus­trie­ge­sell­schaft geschaf­fe­nen bzw. über­form­ten Lebens­um­welt eröff­net. Das II. Inter­na­tio­na­le Wal­ter Gro­pi­us Semi­nar vom 4. bis 9. Novem­ber 1989 bil­de­te das Podi­um für die Ent­ste­hung der Idee vom Indus­tri­el­len Gar­ten­reich. Zum zwei­ten gab es „vor der Haus­tür“ des Bau­hau­ses prä­gnan­te Refe­ren­zen für die Wider­sprü­che in der Ent­wick­lung der moder­nen Indus­trie­ge­sell­schaft und ihrer unmit­tel­ba­ren Vor­läu­fer: das „Gar­ten­reich Des­sau-Wör­litz“ und die indus­tri­el­len Area­le zwi­schen Bit­ter­feld, Des­sau und Wit­ten­berg im frü­he­ren mit­tel­deut­schen Indus­trie­ge­biet. Gera­de Bit­ter­feld war zum Syn­onym gewor­den für eine Art Indus­tria­lis­mus, der die Indus­trie­ge­sell­schaft durch die öko­lo­gi­schen Schä­den ad absur­dum führ­te. Dem stan­den die erleb­ba­ren Res­te des Gar­ten­reichs mit sei­nen kul­ti­vier­ten Anla­gen als Refu­gi­um einer „hei­len Welt“ gegen­über. Doch nicht allein die sicht­ba­ren Gegen­sät­ze kon­sti­tu­ier­ten das Gestal­tungs­pro­jekt. Viel­mehr ging es um die all­ge­mei­ne Fra­ge einer exem­pla­ri­schen Visi­on für die Umwelt­ge­stal­tung im Umbruch der indus­tri­el­len Gesell­schaft auch in ande­ren Tei­len der Welt. Kei­ne plat­te Har­mo­ni­sie­rung, son­dern die Aus­ein­an­der­set­zung mit den Fra­gen nach Frucht­bar­ma­chen his­to­ri­scher „Abla­ge­run­gen“ am Ort für die Umwelt­ge­stal­tung oder nach dem Ver­bin­den von Tra­di­ti­on und Moder­ne in der Neu­ori­en­tie­rung der Indus­trie­ge­sell­schaft als eine post­in­dus­tri­el­le, d. h. ohne die seit 200 Jah­ren ent­stan­de­nen Groß­pro­duk­ti­ons­stät­ten.

Entstehung des Projektes

Dass dies am Bau­haus geschah, gehört zu den imma­nen­ten Kon­sti­tu­ti­ons­merk­ma­len des Indus­tri­el­len Gar­ten­reichs. Das Bau­haus war kurz vor der „Wen­de“ in der DDR wie­der­ge­grün­det wor­den und hat­te einer­seits gewis­ser­ma­ßen begrenz­te „Nar­ren­frei­heit“ und ande­rer­seits eine aus der eige­nen Geschich­te als Pro­mo­tor und Pro­dukt von Fort­schritts­vi­sio­nen der indus­tri­el­len Moder­ne abge­lei­te­te Ver­pflich­tung, neue, zeit­ge­mä­ße Bei­trä­ge zur Gestal­tung der Lebens­um­welt zu leis­ten. Damit war ein Teil der Aus­ein­an­der­set­zung um die Frucht­bar­keit der Indus­trie­kul­tur für die Zukunft ein­ge­fan­gen. Mit kon­kre­ten Vor­ha­ben zur „Bau­haus­stadt“ wur­de die­ses The­ma ange­gan­gen. Dabei stan­den die Fra­gen nach der Rol­le des Bau­hau­ses ins­be­son­de­re zum Stadt­um­bau und gene­rell zur räum­li­chen Gestal­tung als Insti­tu­ti­on exem­pla­risch wie grund­sätz­lich zur Debat­te. „Bau­haus­stadt“ war der Auf­takt des Gesamt­pro­jek­tes Indus­tri­el­les Gar­ten­reich gewe­sen, ist doch die Indus­trie­ge­sell­schaft eine pri­mär urba­ne bzw. sub­ur­ba­ne gewor­den. Die Zukunfts­bei­trä­ge wer­den sich also ins­be­son­de­re dar­an zu mes­sen haben wie es gelingt, in die­sem Bereich Impul­se zu set­zen. Mit Stadt- und Sied­lungs­er­neue­rungs­pro­jek­ten im Bestand wur­den Zei­chen einer Revi­si­on stadt­auf­lö­sen­der Ide­en und Gestal­tungs­prak­ti­ken des begin­nen­den 20. Jahr­hun­derts gesetzt, deren Ver­fech­ter das his­to­ri­sche Bau­haus gewe­sen ist. „Bau­haus-Stadt“ war also zuerst eine kri­ti­sche Selbst­re­fle­xi­on der Insti­tu­ti­on Bau­haus als Ein­stieg in die neu­en zeit­ge­mä­ßen Gestal­tungs­ar­bei­ten. Dass die­se The­men nicht nur auf die mit­tel­deut­sche „Pro­vinz“ beschränkt blie­ben son­dern sich im inter­na­tio­na­len Dis­kurs beweg­ten, gehört zu den Selbst­ver­ständ­lich­kei­ten einer a prio­ri inter­na­tio­na­len Insti­tu­ti­on wie dem Bau­haus.

Mit die­sem Pro­jekt war jedoch erst der metho­di­sche Zugang zum Indus­tri­el­len Gar­ten­reich eröff­net. Den Kern der Idee bil­de­te die zeit­ge­mä­ße Inter­pre­ta­ti­on des his­to­ri­schen Gar­ten­reichs und der Indus­trie­fol­ge­land­schaft als Gestal­tungs­auf­ga­be.

Grund­sätz­lich geht es um eine Neu­in­ter­pre­ta­ti­on des his­to­ri­schen Gar­ten­rei­ches Des­sau-Wör­litz für die Gestal­tung einer zukünf­ti­gen, der post­in­dus­tri­el­len Stadt-Land­schaft – nicht um deren plat­te Rekon­struk­ti­on „unter der Käse­glo­cke“. Dabei ste­hen die bei­den mög­li­chen Dimen­sio­nen der Wie­der­be­le­bung der Idee und Pra­xis des his­to­ri­schen Gar­ten­rei­ches im Zen­trum: Ana­lo­gie oder Neu­in­ter­pre­ta­ti­on. D. h., es geht um die Ziel­set­zung der regio­na­len Ent­wick­lung und dabei die Nut­zung der kul­tur­his­to­ri­schen Poten­zia­le. Eine eher ein­di­men­sio­na­le his­to­ri­sie­ren­de Inter­pre­ta­ti­on des Gar­ten­rei­ches, wie es die Ver­lei­hung des Titels „Welt­kul­tur­er­be“ 2001 in den Augen vie­ler Ver­fech­ter einer sol­chen Erbe­an­eig­nung bedeu­tet, also eine kon­ser­vie­ren­de und auf Rekon­struk­ti­on für tou­ris­ti­sche Aneig­nung redu­zier­te „Wie­der­be­le­bung“ und damit beschö­ni­gen­den Wie­der­her­stel­lung einer Ver­gan­gen­heit, steht deut­lich im Wider­spruch zu einer neu­en Gestal­tung der gesam­ten Rau­mes als Teil der post­in­dus­tri­el­len Land­schaft unter zeit­ge­mä­ßer Wei­ter­ent­wick­lung des Reform­an­sat­zes des his­to­ri­schen Gar­ten­reichs. In dem letz­te­ren sah und sieht sich das Pro­jekt Indus­tri­el­le Gar­ten­reich Des­sau-Wit­ten­berg-Bit­ter­feld.

Die­se Aus­ein­an­der­set­zung ist nicht nur auf das Bei­spiel Des­sau-Wit­ten­berg-Bit­ter­feld beschränkt. Es ist viel­mehr davon aus­zu­ge­hen, dass es sich um ein Grund­pro­blem einer Aneig­nung des Erbes aus Sicht der öko­no­mi­schen Über­le­bens­fä­hig­keit von land­schaft­lich als „schön“ ein­ge­stuf­ten Regio­nen nach dem Ende ihrer indus­tri­el­len Hoch-Zeit han­delt. Die tou­ris­ti­sche Ver­mark­tung der vor­in­dus­tri­el­len Hin­ter­las­sen­schaf­ten tritt in den Vor­der­grund; sie wird bis­wei­len sogar als „Ret­tungs­an­ker“ gehan­delt. Das Welt­erbe wird zum Segens­brin­ger sti­li­siert und damit als „unan­tast­bar“ erklärt, ja die „Order“ aus­ge­ge­ben, dass sich die Ent­wick­lung in der Umge­bung im Sin­ne einer Her­stel­lung des his­to­ri­schen Land­schafts­bil­des zu voll­zie­hen habe. Dem­ge­gen­über wird in dem Pro­jekt Indus­tri­el­les Gar­ten­reich von einem Modell der his­to­ri­schen Schich­ten und deren Gleich­be­rech­ti­gung aus­ge­gan­gen. Die Indus­trie­fol­ge­land­schaft hat dabei Mühe, sich einen eben­bür­ti­gen Platz zu erobern als Vor­aus­set­zung für einen ganz­heit­li­chen Gestal­tungs­an­satz. Es geht also um eine gestal­ten­de Inter­pre­ta­ti­on der Ver­gan­gen­heit und die Ver­bin­dung mit kon­kret mach­ba­ren Ein­zel­pro­jek­ten, die den Umbau der gesam­ten Regi­on initi­ie­ren. Der Respekt vor der Ver­gan­gen­heit und die hohen Qua­li­täts­an­sprü­chen fol­gen­den Gestal­tungs­ar­beit wird dabei als selbst­ver­ständ­lich betrach­tet. Gar­ten­reich und Indus­trie­kul­tur wur­den gleich­be­rech­tig­te Anwäl­te bei der Suche nach einer neu­en Zukunft – kri­ti­sche „Paten“, aber nicht nach zu eifern­de „Hel­den“.

Die­se gestal­ten­de Neu­in­ter­pre­ta­ti­on begann Anfang/Mitte der 90er Jah­re auf vier mit ein­an­der ver­floch­te­nen Ebe­nen:

A — der räum­li­chen Pla­nung und Kom­mu­ni­ka­ti­on (Pro­jek­te: Forum Des­sau-Wör­lit­zer
Gar­ten­reich; Pla­nungs­werk­statt Bit­ter­feld-Wol­fen)
B — der bau­li­chen Objekt-Gestal­tung (Pro­jek­te: Pies­te­rit­zer Sied­lung, Kolo­nie und Kraft­werk
Zschor­ne­witz, Kul­tur­pa­last Bit­ter­feld, Dreh­berg im Gar­ten­reich, Berg­bau­fol­ge­land­schaft)
C — der ver­net­zen­den Gestal­tung in der Regi­on (Pro­jek­te: Pfad der indus­tri­el­len Wand­lung,
Fluss­ein­zugs­ge­biet Mul­de, Regio­nal­bahn)
D — der Bil­dung und Kul­tur­ar­beit (Pro­jek­te: Rei­se­werk, Schu­le der Gar­ten­kunst,
Kin­der­werk­statt, Neue Arbeit)

Die exem­pla­ri­sche Syn­the­se für die zukunfts­ori­en­tier­te Gestal­tung der Lebens­um­welt unter kon­se­quen­ter Respek­tie­rung der kul­tu­rel­len Ver­gan­gen­heit stellt das Pro­jekt Fer­ro­po­lis – „Die Stadt aus Eisen“ dar.

Mit den 16 Leit­pro­jek­ten wur­de ein Impuls geschaf­fen. Allen Pro­jek­ten ist das Bestre­ben gemein, eine Balan­ce zwi­schen Tra­di­ti­on und Moder­ni­sie­rung unter der Maß­ga­be nach­hal­ti­ger Ent­wick­lung zu fin­den und ein Milieu der Bil­dungs­kul­tur und des Erler­nens ange­mes­se­ner Umgangs­wei­sen mit dem Erbe und mit den Anfor­de­run­gen einer zukünf­ti­gen Ent­wick­lung anzu­re­gen. Inzwi­schen hat sich das Spek­trum der Pro­jek­te erwei­tert, ver­viel­fäl­tigt und sind neue For­men der Koope­ra­ti­on, der wirt­schaft­li­chen Ent­wick­lung und Kul­tur- sowie Bil­dungs­ar­beit, aber auch der Pla­nungs­me­tho­den mit neu­en Akteu­ren ent­stan­den. Sie bie­ten einer­seits die Gewähr für eine Fort­ent­wick­lung der Pro­jek­te und ande­rer­seits bil­den sie die Grund­la­ge für das Aus­prä­gen des Refe­renz­cha­rak­ters der Regi­on für nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung.

Über die­se auf kon­kre­te Umset­zung zie­len­den Akti­vi­tä­ten in der Regi­on erwächst der Bedarf die gewon­ne­nen Erfah­run­gen zu akku­mu­lie­ren, für ver­gleich­ba­re Situa­tio­nen anwen­dungs­fä­hig auf­zu­be­rei­ten, mit euro­päi­schen bzw. inter­na­tio­na­len Ent­wick­lun­gen zu ver­knüp­fen und damit zu insti­tu­tio­na­li­sie­ren. Dar­aus erwuchs die Idee einer „Euro­päi­schen Aka­de­mie der Regio­nen“. Nach Abschluss des Wett­be­werbs „Regio­nen der Zukunft“ soll die­ses Vor­ha­ben ein­ge­lei­tet wer­den.

Entwicklung ohne Großereignis?

Wie geht es nach der EXPO wei­ter? Die EXPO 2000 hat vie­le Akteu­re in der Regi­on zum Mit­wir­ken mobi­li­siert und für regio­na­le Belan­ge sen­si­bler gemacht. Pri­va­te Inves­to­ren sahen eine Chan­ce der Auf­merk­sam­keit für deren Mit­wir­kung. Dies ist zwei­fels­oh­ne ein Erfolg. Das Groß­ereig­nis selbst fiel in der Regi­on eher beschei­den aus und mobi­li­sier­te weni­ger als erwar­tet. Der Pro­zess war wich­ti­ger als das Ereig­nis selbst – viel­leicht eine Zukunfts­leh­re.

Das Kern­pro­blem besteht gegen­wär­tig dar­in, und dabei geht es auch um die Aus­ein­an­der­set­zung mit dem his­to­ri­schen „Vor­bild“ des Gar­ten­reichs, dass eine heu­ti­ge Gestal­tung der nach­in­dus­tri­el­len Land­schaft nicht mehr pri­mär als Teil einer neu­en Kul­ti­vie­rung im Sin­ne der Vor­be­rei­tung für eine Ver­wer­tung der Roh­stof­fe, der land­wirt­schaft­li­chen oder indus­tri­el­len Erträ­ge fun­gie­ren kann. Das „Schö­ne mit dem Nütz­li­chen“ zu ver­bin­den galt für den Schöp­fer des Gar­ten­reichs als letzt­lich zu erstre­ben­des Ziel. Wenn aber heu­te die­ses Ziel einer wirt­schafts­ori­en­tier­ten, d. h. auf indus­tri­el­les Ver­wer­tung aus­ge­rich­te­ten Kul­ti­vie­rung nicht mehr ange­strebt wer­den kann, blei­ben ent­we­der die Dau­er­sub­ven­ti­on der Land­schaft als Mit­tel, das „Schö­ne“ zu schaf­fen oder es müs­sen neue Wege gesucht wer­den, die eine post­in­dus­tri­el­le Land­schaft gestalt­bar und lebens­fä­hig wer­den las­sen.

Das his­to­ri­sche Gar­ten­reich fun­gier­te öko­no­misch als eine Art Stif­tung: es ent­stand auf der Grund­la­ge eines ange­häuf­ten Ver­mö­gens; die Erträ­ge der land­wirt­schaft­li­chen Ver­wer­tung ermög­lich­ten die Umset­zung eines lang­fris­ti­gen Gestal­tungs­ak­tes der Land­schaft. Am Ende der Lebens­zeit des Schöp­fers, d. h. zu Beginn des 19. Jahr­hun­derts, wur­den ers­te Kon­tu­ren einer Ori­en­tie­rung auf die indus­tri­el­le Ent­wick­lung nach eng­li­schem Vor­bild erkenn­bar. Das Ziel war fol­ge­rich­tig – es wur­de jedoch erst 100 Jah­re spä­ter, und dann rasant ein­ge­löst: es ent­stand das mit­tel­deut­sche Indus­trie­ge­biet auf der Grund­la­ge von Braun­koh­le, Was­ser und Kali­salz. Eine — in heu­ti­ger Ter­mi­no­lo­gie gespro­chen – high-tech-Regi­on ent­stand: Kar­bo­che­mie, Ener­gie­wirt­schaft, Luft­fahrt- und Film­in­dus­trie und indus­tri­el­le Land­wirt­schaft. Die­ses Zeit­al­ter ging in weni­gen Jah­ren – in der letz­ten Deka­de des 20. Jahr­hun­derts de fac­to zu Ende. Es erhebt sich die Fra­ge, ob eine Neu­in­ter­pre­ta­ti­on des his­to­ri­schen Gar­ten­reichs der Auf­klä­rung, also einer Idee des Weg­be­rei­tens der Indus­tria­li­sie­rung, heu­te pro­duk­ti­ve Ansät­ze zu lie­fern ver­mag für die Gestal­tung einer post­in­dus­tri­el­len Stadt-Land­schaft. Im Sin­ne mecha­ni­scher Über­tra­gung sicher nicht. Aber auch nicht im Sin­ne der Hul­di­gung als Welt­erbe und damit letzt­lich als tou­ris­ti­scher Tages­er­folg. Obgleich die Wir­kung für die Regi­on ins­ge­samt nicht unter­schätzt wer­den soll – immer­hin wird damit der noch vor­han­de­ne graue Schlei­er über den ost­deut­schen Regio­nen ein wenig geho­ben. Das Pro­duk­ti­ve einer Wie­der­be­le­bung liegt im ganz­heit­li­chen Ansatz und in der Fähig­keit, die Her­aus­for­de­run­gen der Zeit zu erken­nen und mit prak­ti­schen Vor­ha­ben Wirk­lich­keit wer­den zu las­sen.

Die Sanie­rung der Tage­bau­fol­ge­land­schaf­ten, der rui­nier­ten Fluß­au­en, der Indus­trie­bra­chen und Alt­las­ten­ge­bie­te sind ori­gi­nä­re Staats­auf­ga­ben im Sin­ne der Her­stel­lung öffent­li­cher Sicher­heit sowie der infra­struk­tu­rel­len Vor­leis­tung für neue gewerb­li­che Tätig­keit. Soweit lie­ßen sich – auf die Ver­hält­nis­se nach der Indus­trie – Ana­lo­gi­en zur Aus­gangs­si­tua­ti­on vor dem Beginn des Anle­gens des Gar­ten­rei­ches vor 200 Jah­ren her­stel­len. Doch kann es heu­te nicht dar­um gehen, eine neue Land­schaft zu gestal­ten, die dann wie­der bereit ist, ver­wer­tet zu wer­den – dies­mal vor­nehm­lich durch Tou­ris­ten. Eine so aus­ge­rich­te­te neue Kul­ti­vie­rung läuft letzt­lich ins Lee­re oder in die Dau­er­sub­ven­ti­ons­fal­le. Es geht um die „Qua­dra­tur des Krei­ses“, d. h. es geht um eine neue Kul­tur schlecht­hin, inner­halb der exis­tie­ren­den kapi­ta­lis­ti­schen Ver­wer­tungs­be­din­gun­gen, der viel­fäl­ti­gen Abhän­gig­kei­ten und Ver­flech­tun­gen in gro­ße (glo­ba­len) Struk­tu­ren, aber auch in Bezug auf die öko­lo­gi­schen Her­aus­for­de­run­gen eines Kli­ma­wan­dels. Hier endet die Ana­lo­gie und beginnt die Neu­in­ter­pre­ta­ti­on des his­to­ri­schen Gar­ten­reichs als Indus­tri­el­les Gar­ten­reich. Auch wenn es um eine post­in­dus­tri­el­le Land­schaft der Zukunft geht, ist sie durch­drun­gen vom Indus­trie­zeit­al­ter, das ja welt­weit nicht been­det ist. Der Umgang mit dem öko­lo­gi­schen und sozia­len Risi­ko spielt eine neue Rol­le. Aber auch neue Dimen­sio­nen der Betei­li­gung von Men­schen, unter den Bedin­gun­gen von „Schrump­fung“ – ins­be­son­de­re in den Städ­ten — gewin­nen neue Bedeu­tung. Neue Finan­zie­rungs­mo­del­le wie Fonds und regio­na­le Stif­tun­gen ste­hen zur Debat­te. Ers­te Schrit­te in die­se Rich­tung sind ein­ge­lei­tet.

Am Bei­spiel der Pro­jek­te in der Berg­bau­fol­ge­land­schaft in der und um die Stadt Grä­fen­hai­ni­chen, genau im Her­zen des Indus­tri­el­len Gar­ten­reichs, also um Fer­ro­po­lis, wer­den die Kon­tu­ren die­ser neu­en Kul­tur erleb­bar. Aus­gangs­punkt ist dabei der Stadt­um­bau der ehe­ma­li­gen Berg­ar­bei­ter­stadt Grä­fen­hai­ni­chen, die im Rah­men des vom Bun­des­bau­mi­nis­te­ri­um aus­ge­lob­ten Wett­be­werbs „Stadt­um­bau-Ost“ für die Stra­te­gie einer sol­chen Neu­in­ter­pre­ta­ti­on mit einem ers­ten Preis aus­ge­zeich­net wur­de. Dabei geht es um eine neue ener­ge­ti­sche Basis (nach dem Ende der Koh­le) der Stadt, um eine Kul­tur des öffent­li­chen Rau­mes und eine Stadt-Bera­tungs-Demo­kra­tie (Char­ret­te – Ver­fah­ren). Damit wird – exem­pla­risch — ein neu­es Kapi­tel in der Wei­ter­ent­wick­lung der ers­ten Ent­wick­lungs­pha­se des Indus­tri­el­len Gar­ten­reichs aus den 90er Jah­ren auf­ge­schla­gen.

Vgl.: www.dr-kegler.de

Literatur

Bau­haus Des­sau (Hsg.): Indus­tri­el­les Gar­ten­reich, 1996 und 1999, ex pose Ver­lag Ber­lin

Abbildungen

1. Indus­tri­el­les Gar­ten­reich, 2000, Pro­jekt­plan mit ein­zel­nen Ent­wür­fen für die Aus­stel­lung von Plä­nen und rea­li­sier­ten Pro­jek­ten im „Art Cen­ter South Flo­ri­da“ in Mia­mi, USA, im Juni 2002.

2. Indus­tri­el­les Gar­ten­reich, 2000, Fer­ro­po­lis, das Leit­pro­jekt und Sym­bol für die krea­ti­ve Sanie­rung von durch den Men­schen „ver­brauch­ter“ Land­schaft und für die Neu­in­ter­pre­ta­ti­on his­to­risch gewor­de­ner Indus­trie­kul­tur.

3. Indus­tri­el­les Gar­ten­reich, denk­mal­ge­schütz­te Sied­lung Pies­te­ritz (Wit­ten­berg). Abschluss der Erneue­rung, 2000.

4. Indus­tri­el­les Gar­ten­reich, 2002, Pla­ner­team, das für die Stadt Gräfenhainichen/Ferropolis unter dem Leit­bild „Stadt mit neu­er Ener­gie“ – nach dem Ende des „Braun­koh­le­zeit­al­ters“ – den 1. Preis beim Bun­des­wett­be­werb „Stadt­um­bau-Ost“ gewann (Lei­tung: Dr. Harald Keg­ler). Dabei wur­den neue expe­ri­men­tel­le Metho­den der Stadt­pla­nung, z. B. das Ver­fah­ren der „Char­ret­te“ ange­wandt.

5. „Regio­nal­park Mit­tel­deutsch­land“, 2001, Aus­schnitt der Visi­on für eine euro­päi­sche Regi­on als Wei­ter­ent­wick­lung des Indus­tri­el­len Gar­ten­reichs als Stra­te­gie der Balan­ce zwi­schen metro­po­li­ta­nen Räu­men; im Zen­trum das Expe­ri­men­tal­ge­biet um Fer­ro­po­lis.

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